DATUM

Mai 2021

Aus dem ersten Stock eines unscheinbaren Bürogebäudes dringt emsiges Hämmern und lautes Poltern auf die Strasse. Nach über 30 Jahren an der Mövenstrasse ausserhalb von St.Gallen hat die Hofmann Malerei ihre Räumlichkeiten erneuert. Mit offenen Räumen, neuer Infrastruktur und einem modernen Showroom wird die fünfte Generation eingeläutet.

Wer nicht mit der Zeit geht, muss mit der Zeit gehen – ein altes Sprichwort, das gerade traditionelle Betriebe immer wieder einholt. Um auch in fünfter Generation neue Farbe in die Ostschweiz zu bringen, spielten Thuri und Dario Hofmann seit dem letzten Jahr mit dem Gedanken, den Sitz der Hofmann Malerei zu modernisieren. In den Räumlichkeiten waberte der Charme der 80er-Jahre durch die Korridore. Zwar durchaus sympathisch und bodenständig, aber nicht mehr zeitgemäss, um als modernes Unternehmen mit höchsten Qualitätsansprüchen in die Zukunft zu schreiten.

Der Eingangsbereich vor und nach dem Umbau.

Den Menschen auf Augenhöhe begegnen

Mit dem Jahreswechsel kam die Zeit für eine Veränderungen, wobei die Corona-Pandemie eine zusätzliche Herausforderung darstellte. Die Wochen waren geprägt von eingerissenen Wänden, leergetrunkenen Kaffeebechern und dem Geruch von frischer Farbe. Die alte Deckenverkleidung wurde entfernt, moderne Arbeitsplätze installiert und das vergilbte Weiss der Wände gegen aufregende Töne ausgetauscht. Das vergessene Archiv wandelte sich in ein Empfangsbüro, mit dem modernisierten Showroom und dem geräumigen Empfangsbereich verdeutlicht die Hofmann Malerei den Schritt hin zu einem stärkeren Fokus auf Kundinnen und Kunden.

«Wir sind schliesslich eine Malerei und wenn da einfach alles Weiss ist, fehlt etwas.»

Ilaria Hartmann, Lernende im 2. Lehrjahr

Während mehreren Wochen säumten halbleere Farbeimer die Gänge, klebten Abdeckfolien an den Wänden, bedeckte Bauschutt den Boden und tanzte Staub in der Luft. Jetzt laden helle und freundliche Räumlichkeiten zu Begegnungen auf Augenhöhe ein. Der Showroom kombiniert mit seinen über 200 Farbmusterplatten und der zeitgemässen, technischen Einrichtung den Spagat zwischen Tradition und Moderne. Hier trifft das Know-how aus bald 140 Jahren Handwerkskunst auf technische Raffinessen wie verstellbare Lichtverhältnisse zur Begutachtung der Farbwirkung.

Farbe für die nächste Generation

Der Zahn der Zeit war nicht der einzige Grund, der Thuri Hofmann zum Umbau verleitete. «Als wir 1990 nach über hundert Jahren in der St. Galler Innenstadt an die Mövenstrasse zogen, hatte ich das Privileg, in einem nagelneuen Büro zu starten», erklärt er. «Dasselbe will ich meinem Sohn Dario bieten, wenn er in ein paar Jahren das Geschäft übernimmt.» Vater und Sohn unterstreichen mit dem umfassenden Projekt den Anspruch der Hofmann Malerei, sich stets weiterzuentwickeln und zu den Besten zu gehören. So meisterte das Familienunternehmen auch die Hürden, welche die gesundheitliche Situation aufgrund von Corona mit sich brachte.

Für Dario Hofmann, der das alte Büro im zarten Alter von vier Monaten zum ersten Mal sah, waren die vergangenen Monate daher alles andere als ein Kindergeburtstag: «Um das Tagesgeschäft aufrecht zu erhalten und gleichzeitig alle Aufgaben rund um den Umbau zu stemmen, hatte mein Arbeitstag plötzlich doppelt so viele Stunden.» Gemeinsam mit Thuri Hofmann, Paolo Parente, der die Farbgestaltung verantwortete, den externen Fachpersonen und dem Einsatz des eigenen Teams konnte das Projekt in kürzester Zeit umgesetzt werden. «Ich möchte allen, die mitgeholfen haben, ein besonderes Lob aussprechen. Nicht nur, weil das Resultat überwältigend ist, sondern weil sich alle während den Umbauarbeiten an die geltenden Schutzmassnahmen gehalten haben», so Dario Hofmann.

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St.Galler Malerei auf dem Pariser Laufsteg