100 Jahre Jubliläum

Wettbewerb anlässlich 100-jähriges Firmenjubiläum

1985
Das 100-Jahr Jubiläum der Gebrüder Hofmann AG wird auf spezielle Weise gefeiert. Die Firma lanciert einen Wettbewerb zur farbigen Gestaltung der unansehnlichen Brandmauer des Gebäudes St.-Leonhard-Strasse 49 – 51. Die 80 eingegangenen Arbeiten werden durch eine Jury bewertet und die fünf Besten werden mit namhaften Geldbeträgen prämiert. Eine Ausstellung sämtlicher Entwürfe in der Aula der Gewerbeschule Demutstrasse ermöglicht einem breiten Publikum deren Besichtigung.

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2010: Die Baulücke wird in diesem Jahr wieder geschlossen.

 

Das berichteten dazumal die Medien darüber:

01.07.1985
Brandmauer darf bemalt werden
Die Firma Gebrüder Hofmann AG, Malerei, St.Gallen, feiert dieses Jahr ihr 100-jähriges Firmenjubiläum. Sie möchte diesen Anlass in einer etwas unüblichen Weise feiern und – für ein Malergeschäft liegt dies nahe – einen Beitrag zur Verschönerung des Stadtbildes leisten.

In Absprache mit den städtischen Behörden und den Besitzern der Liegenschaften St. Leonhardstrasse 49 bis 51 soll die östliche Brandmauer, die sich gegenwärtig in einem unansehnlichen Zustand befindet, von der Firma Hofmann AG unentgeltlich bemalt werden. Zur Erlangung eines geeigneten Entwurfs für die Gestaltung dieser Fassade wurde ein Ideen-Wettbewerb ausgeschrieben.

Teilnahmeberechtigt sind alle am 1. Januar 1985 in der Stadt St. Gallen wohnhaften Künstler und Grafiker. Die eingereichten Entwürfe werden von einer Jury begutachtet. Insgesamt ist eine Preissumme von 18’000 Fr. ausgesetzt. Die Wettbewerbsunterlagen können gratis bei der Firma Gebrüder Hofmann AG, Florastrasse 16, 9000 St.Gallen bezogen werden.
Die Ostschweiz, 1. Juli 1985

07.09.1985
Sympathisches Mäzenatentum eines 100 Jahre alt gewordenen Malerunternehmens
Das Malerunternehmen Gebrüder Hofmann AG in St.Gallen feiert dieses Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass hat sich der Betrieb einen originellen Beitrag zur Verschönerung des Stadtbildes einfallen lassen. Die östliche Brandmauer der Liegenschaft St. Leonhardstrasse 49 bis 51 , die sich gegenwärtig in einem unansehnlichen Zustand befindet, soll künstlerisch bemalt werden.

Nach Absprache mit den zuständigen Behörden und den Besitzern der Liegenschaft haben die Gebrüder Hofmann AG einen Ideen-Wettbewerb ausgeschrieben, an dem sich alle in St.Gallen wohnhaften Künstler und Grafiker beteiligen konnten. Rund 80 Entwürfe wurden von einer Jury begutachtet, die sich aus den folgenden Persönlichkeiten zusammensetzte: Firmeninhaber Arthur Hofmann und sein gleichnamiger Sohn, Kunstmaler Walter Burger, Konservator Rudolf Hanhart und Stadtbaumeister Franz Eberhard. Insgesamt wurde eine Preissumme von 18’000 Fr. ausgesetzt.

Gestern Freitag konnten im Foyer der Gewerblichen Berufsschule St.Gallen die eingereichten Entwürfe, sowie die von der Jury prämierten Werke besichtigt werden. Ausgezeichnet wurden der Beitrag des 35-jährigen St.Galler Architekten Martin Engeler. Sein schwebendes Gebäude wird in den nächsten Wochen zur Ausführung gelangen und ab Ende Oktober die 15 x 11 Meter grosse Brandmauer verschönern. Martin Engelers Entwurf – «Bau Lücke Vision» genannt – stellt die Idee dar, das fehlende Haus durch eine schwebende Illusion zu ersetzen. Überzeugend umgesetzt besticht die Arbeit durch die farbliche und grafische Qualität. Durch eine geschickt gewählte Perspektive und durch die Wolkenbänder entsteht der Eindruck des Abhebens und der Verbindung mit dem Wolkenhimmel. Die Jury ist überzeugt, «dass sich diese Gestaltung in die vorgegebene Situation bestens einfügt». Weiter ausgezeichnet wurden die Entwürfe «Rose d’amour» von Roland Frei (2. Preis), «Dä schwarz Maa» von Roland Lüthi (3. Preis), «Schloss» von Alfons Fräfel (4. Preis) und «Türkis» von Marlis Frei (5. Preis) aus St.Gallen.

Die eingereichten Arbeiten, die sowohl von der quantitativen als auch von der qualitativen Leistung angenehm überraschten, sind bis kommenden Samstag im Foyer der Gewerblichen Berufsschule St.Gallen ausgestellt.
Appenzeller Zeitung, 7. September 1985